
Spiel mit Licht
Veröffentlicht in EH&I, Februar 2008
Im Februar 2008 stellte das niederländische Designmagazin EH&I die Designerin Mireille Meijs und ihr Abschlussprojekt Light Facet vor, einen Raumteiler, der neue Wege zur Gestaltung von Sonnenlicht in Innenräumen erforschte.
Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Projekt noch in einem frühen Stadium, Jahre bevor Facet zu einem international anerkannten Raumteiler und zur Grundlage des Erfolgs von Bloomming werden sollte.
Der Ursprung von Light Facet
Laut Mireille Meijs kann Sonnenlicht einen Raum verwandeln, doch traditionelle Lösungen wie Vorhänge und Jalousien erzeugen oft ein statisches Ergebnis.
Wenn sie geschlossen sind, blockieren diese Systeme das Licht und können einen Raum dunkler wirken lassen. Light Facet wurde als alternativer Ansatz konzipiert: ein Raumteiler, der es Nutzern ermöglicht, den Lichtfluss durch einen Raum aktiv zu gestalten.
Das Design besteht aus einzeln drehbaren geometrischen Modulen. Durch Anpassung der Position der Module können Nutzer wechselnde Muster aus Licht und Schatten erzeugen und gleichzeitig Privatsphäre und Offenheit steuern.
Wie Mireille erklärte:
„Um wechselnde Licht- und Schattenmuster zu erzeugen, können die Oberflächen von Light Facet unabhängig voneinander gedreht werden. Dies ermöglicht es, jeden gewünschten Bereich zu öffnen oder zu schließen.“
Das resultierende Muster erinnert an ein abstraktes Blumenfeld und schafft eine spielerische Interaktion zwischen Sonnenlicht und Innenraum.
Design Academy Eindhoven
Light Facet wurde während des Studiums an der Design Academy Eindhoven entwickelt.
Auf die Frage, warum sie sich für Eindhoven entschieden habe, betonte Mireille die Bedeutung starker Ideen und gründlicher Recherche:
„Eine gute Idee ist das Fundament eines guten Produkts. Indem man ein Problem aus allen möglichen Blickwinkeln betrachtet, entdeckt man neue Lösungen.“
Diese Designphilosophie sollte später zu einem prägenden Merkmal der Produkte von Bloomming werden: die Verbindung von visueller Eleganz mit einem klaren funktionalen Zweck.
Aufbau einer Designpraxis
Zum Zeitpunkt des Interviews hatte Mireille bereits ihr eigenes Designstudio gegründet und entwickelte das Light-Facet-Konzept aktiv weiter.
Sie äußerte eine klare Ambition für die Zukunft:
„Ich fände es fantastisch, Light Facet eines Tages weltweit in den Wohnungen der Menschen hängen zu sehen.“
Rückblickend erwies sich diese Aussage als bemerkenswert prophetisch. Was als Abschlussprojekt begann, entwickelte sich schließlich zu Facet, einem Raumteiler, der heute in Wohnungen, Büros, Restaurants, Hotels und öffentlichen Räumen auf der ganzen Welt verwendet wird.
Inspiration und Lernen
Mireille nannte die Designer des Feiz Design Studio, die ihr Abschlussprojekt betreuten, als wichtige Inspirationsquellen.
Sie bewunderte ihre Fähigkeit, einfache alltägliche Themen aufzugreifen und zu raffinierten und intelligenten Designlösungen zu entwickeln.
Auf die Frage, was sie am meisten frustriere, war ihre Antwort prägnant:
„Arrogante Designer.“
Zukunftspläne
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war es Mireilles Ziel, ihre Ideen weiterzuentwickeln, Produkte auf den Markt zu bringen und Menschen durch Design zu inspirieren.
Sie teilte auch eine weitergehende Ambition:
„Ich würde gerne eine Zeit lang in einem Entwicklungsland arbeiten, um den Menschen dort zu helfen.“
Ein Design, das Bestand hatte
Was diesen Artikel besonders bedeutsam macht, ist, dass er einen der frühesten öffentlichen Auftritte von Light Facet dokumentiert, dem Projekt, das später zu Facet werden sollte.
Das im Artikel beschriebene Kernkonzept ist bis heute unverändert geblieben: ein Raumteiler aus einzeln drehbaren Modulen, die es Nutzern ermöglichen, Licht, Privatsphäre und Transparenz nach ihren Bedürfnissen zu gestalten.
Mehr als fünfzehn Jahre später verkörpert Facet weiterhin dieselbe Idee, die seine Entstehung inspirierte: Licht in einen interaktiven Bestandteil der Innenraumgestaltung zu verwandeln.
Publikationsdetails
Publikation: EH&I
Ausgabe: Februar 2008
Vorgestellte Designerin: Mireille Meijs
Projekt: Light Facet
Institution: Design Academy Eindhoven
Themen: Raumteiler, Licht und Schatten, Innenraumgestaltung, niederländisches Design, Produktdesign